Schon als junges Mädchen begann ich mir
Kleider zu nähen, da ich für die damalige Zeit
sehr groß gewachsen war und nicht wie meine
eigene Großmutter rum laufen wollte. Junge Mode
für Großgewachsene gab es noch nicht.
Meine eigene Mode behielt ich auch während
meiner Arbeit im Kindergarten bei.
Herrlich bunte Stoffe gab es in Restegeschäften
und von einer Nachbarin lernte ich Wolle spinnen
und Wolle filzen.

Seit ich in Rente bin, treffe ich mich regelmäßig
mit den Strickfrauen, wo ich nicht immer nur
Socken stricke.

Lothar Hettiger, der hiesige Töpfer, bot bei einem Klassentreffen an, mir das Töpfern auf der Drehscheibe zu lernen. Seit nun etwa 30 Jahren macht mir das Gestalten mit Ton immer noch Spaß und eine Ausstellung auf meinem Grundstück wird gerne angenommen.

Bei Naturgängen, früher mit meinem Hund, kennt meine Kreativität keine Grenzen. So verarbeite ich Seegras, das im Wald wächst, schon Jahre lang bevor es Floristen in ihre Arbeit aufnahmen. Aus gesammelten Schneckenhäusern werden "Tuschelschnecken". Verschieden farbige Maulwurfshügel dienen als Malfarbe.

Im Frühjahr ernähre ich mich gesund und billig fast nur von "Unkraut". Die Wildkräuter dürfen in meinem großen Blumen- und Beerengarten wachsen, wo ich auch Interessierten die essbaren Wildkräuter zeigen und schmecken lassen kann.

Manche Begegnungen des Alltags wecken in mir die Lust, sie in kleinen Gedichten festzuhalten. Mit denen ich dann versuche Bekannte teilhaben zu lassen.